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Arzneimittelnews



Unabhängige Pharmazeitschriften   

Das Merkmal Unabhängigkeit ist von hohem Wert in einer Zeit, in der die Mehrzahl der wissenschaftlichen Arbeiten, die in medizinischen Fachzeitschriften erscheinen, mit Industriegeldern finanziert wurden und zum Teil von Arzneimittelfirmen beeinflusst werden. Die Folgen sind weitgehend bekannt - zum Beispiel in Form des „publication bias“, der dazu führt, dass Studien mit positivem Ausgang für einen Wirkstoff oder eine Indikation überproportional häufig publiziert werden. Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt, wie das Beispiel Antidepressiva belegt: Von 74 Studien zur Wirksamkeit verschiedener Antidepressiva vom Typ SSRI, die der US-amerikanischen Food and Drug Agency (FDA) vorlagen, sprachen 38 für einen Nutzen. Bis auf eine Untersuchung wurden davon alle veröffentlicht. Von den 36 Studien mit negativem oder unklarem Ausgang wurden 22 überhaupt nicht publiziert, die Ergebnisse von 11 Untersuchungen wurden in ein zu positives Licht gerückt. Und nur drei Studien wurden inklusive ihres negativen Ausgangs der Fachwelt bekannt gegeben!
(Turner et al. N Engl J Med 2008;358:252-60)

 

Dass diese und andere Zusammenhänge nicht verborgen bleiben, ist vor allem das Verdienst von Industrie-unabhängiger Arzneimittelinformation. In einem weltumspannenden Netz sind 64 dieser Zeitschriften aus 32 Staaten als International Society of Drug Bulletin (ISDB) zusammengeschlossen. Auch DER ARZNEIMITTELBRIEF, Arzneiverordnung in der Praxis und Pharma-Brief gehören als aktive Mitglieder dieser Gesellschaft an.